Kaninchen Betonställe

Freitag, 6. Juni 2014

Ich habe es ziemlich lange hinausgezögert, aber seit letzten Freitag sind sie da.
Die Betonställe.
 Für den Anfang habe ich nur in sechs Buchten investiert, da ich noch nie Ställe dieser Art hatte und sie zuerst testen wollte.
 Eigentlich hatte ich beim Hersteller Durchläufe zum rein und rausschieben bestellt, damit ich die Buchten nach Belieben vergrößern oder verkleinern kann, aber als der Stall  aufgebaut im Hof stand, war mir klar, dass ich die Wände keinen Millimeter verschieben konnte.
Die Handwerker, die den Stall für mich aufgebaut haben, meinten zudem entschieden : "Da kannst du nix rausziehen, das Ding steht  bombenfest".  
So kommt mir das "Ding" auch vor - groß, massiv und bombenfest.

 Der Stall sollte ( nach meinen Ausmessungen) direkt an der Wand stehen. Dafür hätte jedoch ein Randstein entfernt werden müssen, damit zwischen der Voliere und der Hecke genau 1,80 m Platz für den Stall frei gewesen wäre.
Dummerweise  habe ich nicht bedacht, dass die Einfassung einbetoniert ist .  "Nee, so war das nicht abgemacht." , kam es sogleich von den Handwerkern, als ich ihnen meinen Plan vorstellte." Dafür hätten wir einen Bohrhammer mitbringen müssen" . 
Und als ich ungläubig lächelte, weil ich das für einen Scherz hielt, wurde ich erneut belehrt: "Ehrlich jetzt; wenn du keine Spitzhacke hast, können wir den Rand nicht abschlagen."

Weil ich aber kein schwereres Gerät als einen kleinen Hammer auftreiben konnte, musste der Stall, ca. 40 cm von der Wand entfernt aufgebaut werden. 
Bei einer Breite von 80 cm hat das viel ausgemacht. Er hätte bestimmt weniger wuchtig gewirkt , wenn er direkt an der Wand gestanden hätte.


Insgeheim bedauerte ich es schon, den Stall in dieser kleinen Nische aufgebaut zu haben.
Vorher stand dort eine weiße Bank mit einem Tisch, die ich immer jahreszeitlich mit Blumen dekoriert hatte, jetzt steht dort ein Betonstall, ähnlich einem... ach, ich wollte es gar nicht aussprechen.

Meine Mutter hat es dann für mich übernommen: "Und dieses Gefängnis muss ich mir jetzt immer ansehen, wenn ich aus dem Küchenfenster schaue?"
 Die Handwerker, die sich zwei Stunden damit abgeplagt hatten, die die schweren Platten übereinander zu wuchten, grinsten zustimmend.

Es lag also an mir, den Betonklotz zu rechtfertigen. "Das meinst du jetzt nur, weil er noch nicht nicht gestrichen ist.", sagte ich schnell, bevor meine Mutter Anweisungen gab, die Ställe wieder abzubauen " Wir können gleich los fahren und Farbe kaufen. Dann streiche ich die Wände und die Gitter weiß, stelle ein paar Blumenkübel davor und die Ecke sieht wieder schön aus."
Doch meine Mutter macht meinen Plan sofort zu Nichte.  Sie erinnerte mich daran, dass ich ihr versprochen hatte, die "neuen Kaninchen", sofort in die Betonställe zu setzen, sobald diese aufgebaut sind.
 Die Tiere mussten nämlich nach ihrer Ankunft  zwei Wochen lang in Plastikställen, im Flur stehen, weil ich draußen keinen Platz hatte.
 Also habe ich leise vor mich hin grummelnd jede Bucht mit Streu ausgelegt und dabei das nächste Problem entdeckt.
In der Broschüre habe ich gelesen, dass die Buchten ein leichtes Gefälle nach hinten haben.  Rechts und links sorgt zudem eine kleine Rille für den besseren Urinablauf.
Leider bin ich nicht auf die Idee gekommen, dass der Urin tatsächlich irgendwo abfließen muss. Dafür gibt es einen  ca. 3 cm breiten Schlitz in der Rückwand. Ich sollte vielleicht erklärend hinzufügen, dass diese Betonställe eigens für Züchter entworfen wurden, die viele Tiere halten und auf eine schnelle und hygienische Stallreinigung Wert legen.
Diese Kaninchen sitzen dann allerdings nicht auf saugfähiger Sägespäne, so wie bei mir, sondern nur auf einer Lage Stroh, die den Urin nicht bindet.
Das stinkt zwar bestialisch, aber der Urin staut sich durch das Gefälle nicht in den Ecken, sondern läuft durch den Schlitz ab.
Natürlich sollte der Züchter hinter dem Stall ein Rohr oder ein Auffangbecken anbringen, damit die Gülle nicht einfach so auf den Boden tropft und dort weiter stinkt.



Dass die Ställe so leicht zu reinigen und desinfizieren sind, sehe ich als großen Pluspunkt.
Bei meinen Holzställen muss ich nämlich die Blechwannen sauber machen und zusätzlich den Stall auskehren. Das ist unsinnige Arbeit.
Stattdessen freue ich mich über die Erleichterung, eine Schubkarre vor dem Stall zu parken und die ganze Streu mit einer Schippe raus zu holen. Danach ein bisschen auskehren und auswaschen - fertig.

Einen Urinabfluss ist hingegen überflüssig. Der Schlitz an der Rückwand begünstigt  nur, dass die Sägespäne rausfällt, was wiederum bedeutet, das ich mich zum fegen jedesmal hinter den Stall quetschen muss.
An den beiden äußeren Wänden und über der Rückwand,  gibt es übrigens auch einen Schlitz , der ist jedoch so schmal, das ich darüber hinweg sehen kann.
Komischerweise hat der Konstrukteur daran gedacht, vorne am Gitter, eine Sperre anzubringen, die  genau das verhindern soll.
Es ist ein langer ( so lang wie die Box), etwa 10 cm hoher Betonstein, den man vor das Gitter schieben kann.
Weil ich jedoch die hinteren Schlitze zuerst blockieren wollte, habe ich in allen sechs Buchten den Stein nach hinten geschoben und das Problem elegant gelöst ;-)

Meine erste Idee war, die Schlitze mit Spachtelmasse zu verschließen, aber dann hätte meine Mutter vermutlich gemeckert, weil die Ställe erst ein paar Stunden später bezugsfähig gewesen wären und ich ihr ja versprochen hatte, die Kaninchen sofort  nach dem Aufbau umzusiedeln. 
Hach, man hat es auch nicht leicht.

 Die Betonsperre hätte sich vorne am Gitter natürlich als genauso praktisch erwiesen, nicht nur um die Sägespäne am rausfallen zu hindern, sondern auch, um eine Schar neugieriger Kaninchenkinder vor einem Sturz zu bewahren.
Ihr habt vielleicht gesehen, dass Aronie mit ihren sieben Jungen, die obere linke Box bezogen hat ( hier wäre ein Durchlauf in die andere Box sinnvoll gewesen, damit die Tiere mehr Platz haben).

Das Gitter ist fast 90 cm lang und wenn ich es öffne, drängen sich die Kleinen immer nach vorne. Ich muss dann höllisch aufpassen, dass sie sich nicht gegenseitig über die Kante schubsen.
Bei meinen Holzställen ist die Türe wesentlich kleiner und ich kann beim öffnen sofort mit der Hand eingreifen, wenn sich ein Jungtier zu weit nach vorne wagt.
Bei diesen großen Gittertüren ist das etwas umständlicher, deswegen habe ich die Kaninchenfamilie eine Etage tiefer gesetzt. Sollte einer fallen, ist der Sturz aus dieser Höhe nicht mehr gefährlich.



 Eine weitere Sache über die man meckern könnte, habe ich aber noch.
Sie betrifft wieder das Gitter.
Da meine Kaninchen nicht aus einem Napf, sondern aus einer Tränke trinken, muss ich diese am Gitter oder am Maschedrahtzaun, je nach dem, befestigen.
Leider läuft am Gitter nur in der Mitte eine Stange waagerecht. Da ist jedoch viel zu hoch, um das Röhrchen darauf abzustützen.
Die erwachsenen Kaninchen müssten sich lang strecken, um trinken zu können und die Kleinen kämen überhaupt nicht an das Wasser.
Um die Tränke tiefer zu befestigen, habe ich ein Stück Blumendraht genommen und ihn auf der gewünschten Höhe um zwei senkrechte Eisenstäbe gewickelt, sozusagen als alternative Stütze für das Trinkröhrchen.
Der Draht, der Flasche hält, kann hingen am waagerechten Stab angebracht werden.
Tja, und dann wären da noch die Fressnäpfe, selbstverständlich auch aus Beton. ;-)
 Die fand ich so hässlich, dass ich sie gar nicht in die Boxen gestellt habe.
Wer die rechteckigen Klötze unter dem Betonstall bemerkt hat, kann sich ihre neue Funktion bestimmt vorstellen.
Sie sollen  ebenfalls als Stopper für die Sägespäne dienen. Denn die Späne fällt nach wie vor durch die Gitter auf den Boden.
Unter dem Stall möchte ich sie aber nicht unbedingt haben und solange ich noch kein Leiste aus Plexiglas vor den Gittern habe, bleiben sie dort fürs erste liegen.


Es gibt noch ein oder zwei andere Dinge, die mir zu den Betonställen einfallen, aber ich glaube, dass der Text für heute lang genug ist ;-)

Bei nächster Gelgenheit schreibe ich weiter.

Viele Grüße und ein schönes Pfingstwochenende
Christina