Wann ist die Gabe von Fertigfutter sinnvoll?

Samstag, 13. September 2014
  Carina, von www.kaninchen-haltung.com hat einen Gastartikel für meinen Blog geschrieben.

Es geht darin um die Frage, ob und wann die Zufütterung von Trockenfutter bei Kaninchen sinnvoll ist.
Sie beschreibt auch wie das ideale Fertigfutter beschaffen sein sollte. 

An dieser Stelle noch einmal danke an Carina für diesen guten Artikel :-)




Wer seine Kaninchen gesund und abwechslungsreich ernährt, kann in aller Regel auf Fertigfutter verzichten. Gesund und abwechslungsreich ist eine Ernährung für Kaninchen immer dann, wenn sie Heu, Gemüse, frisches Grün, Blätter, Zweige, Kräuter, Blüten und im geringen Maße auch Nüsse, Samen und Obst beinhaltet. Dies sind alles Nahrungsbestandteile, die ein Kaninchen auch in der freien Natur vorfinden könnte.

Mitunter kann man aber auf Trockenfutter auch nicht ganz verzichten. Werden Kaninchen zum Beispiel auch im Winter draußen gehalten, benötigen sie mehr Fett, das sie vor der Kälte schützt und das durch spezifisches Trockenfutter zugeführt werden kann. Andere Ausnahmesituationen können zum Beispiel dann vorliegen, wenn Kaninchen trächtig oder krank sind oder wenn man Vertreter einer großwüchsigen Rasse hält. Oft spielt also ein erhöhter Nährstoffbedarf, der in den genannten Fällen auftreten kann, eine Rolle. Auch in diesen Fällen muss aber immer abgewogen werden, ob die Gabe von Fertigfutter  sinnvoll ist und wie viel Fertigfutter zur Verfügung gestellt werden darf.

Zudem muss die Auswahl von Fertigfutter mit Bedacht getroffen werden. Drops, Knabberstangen und Co. sind auch in solchen Situationen fehl am Platz – genauso wie Futtermischungen mit zu vielen Samen, Nüssen, Zusatzstoffen und Getreide. Wenn Pellets gegeben werden müssen, dann am besten kaltgepresste, da diese noch mehr natürliche Nährstoffe enthalten, während bei heißgepressten Pellets Nährstoffe oft künstlich zugefügt werden. Kaltgepresste Pellets können gemischt sein mit getrockneten Blüten, Gemüseteilen, Kräutern, Blättern und ein paar Kernen und Getreidebestandteilen. Ergänzt wird aber auch im Winter die Ernährung nach Möglichkeit durch frisches Futter. Dieses ist einfacher als gedacht, wenn man zum Beispiel frühzeitig Äpfel einlagert oder auf Wintergemüsesorten wie Fenchel und Kohlrabi zurückgreift.

Auch solchen Kaninchen, die eigentlich nicht auf Fertigfutter angewiesen sind, kann man ab und an einmal ganz wenig eines hochwertigen Trockenfutters als Leckerchen geben – ein Muss ist dies aber in keinem Fall und somit auch eher für den Menschen ein Highlight als für das Tier. Wer angesichts der obigen Beschreibungen feststellt, dass er seine Kaninchen in der Vergangenheit mit zu viel Fertigfutter versorgt hat, sollte in die Zukunft schauen und die Ernährung seiner Tiere umstellen. Hierbei ist allerdings mit sehr viel Fingerspitzengefühl vorzugehen, da die Tiere einen schnellen Umstieg von Fertigfutter auf frische Ernährung oft nicht vertragen. Ihr Verdauungssystem kann dann empfindlich reagieren. Die Futterumstellung muss dementsprechend langsam und bewusst erfolgen, auch wenn man seinen Tieren schnell eine bessere Ernährung zugänglich machen möchte.